Arbeiten am Glühweinstand
Ein Job am Glühweinstand gehört zu den beliebtesten Tätigkeiten auf dem Weihnachtsmarkt. Kaum ein anderer Arbeitsplatz verbindet festliche Stimmung, direkten Gästekontakt und ein lebendiges Umfeld so stark miteinander.
In diesem Artikel erfährst du, welche Aufgaben dich erwarten, wie die Bezahlung aussieht und was du für den Job mitbringen solltest. Am Ende gibt es zusätzlich einen Erfahrungsbericht mit echten Einblicken.
Inhaltsverzeichnis
Aufgaben am Glühweinstand
Wer auf dem Weihnachtsmarkt an einem Glühweinstand arbeitet, übernimmt verschiedene Tätigkeiten. Dazu gehört:
- das Einschenken und Servieren von Glühwein, Kinderpunsch und anderen heißen Getränken
- Becher entgegenzunehmen
- das Nachfüllen von Vorräten
- Wechselgeld korrekt herauszugeben
- die Arbeitsfläche sauber zu halten
- das Aufwärmen der Getränke
- das Abräumen leeren Geschirrs
Besonders zur Stoßzeit am Abend ist Schnelligkeit und ein freundlicher Umgang mit den Gästen gefragt.
Arbeitszeiten und Schichten am Glühweinstand
Die meisten Glühweinstände arbeiten mit einem Schichtsystem. Häufig gibt es Frühschichten ab dem Vormittag und Spätschichten bis in den Abend hinein. Am Wochenende sind die Schichten meist länger, vor allem an den besuchsstarken Tagen Donnerstag, Freitag und Samstag. Gerade abends ist mit großem Andrang zu rechnen, sodass Teamarbeit und Belastbarkeit besonders wichtig sind.
Bezahlung und Trinkgeld am Glühweinstand
Der Stundenlohn am Glühweinstand liegt je nach Stadt, Betreiber und Erfahrung meist zwischen 13 € und 15 €. Auf beliebten Märkten wie in Dresden oder Leipzig sind sogar bis zu 17 € pro Stunde möglich.
Ein großer Pluspunkt ist das Trinkgeld. Da an einem Abend hunderte Getränke verkauft werden, kommt einiges zusammen. Meist wird es im Team gesammelt und nach Schicht oder Saison aufgeteilt.
Am meisten Trinkgeld gibt es an Donnerstagen, Freitagen und Samstagen, wenn die Stände besonders voll sind. Unter der Woche ist es meist ruhiger, aber auch entspannter.
Kleidung am Glühweinstand: Was wird gestellt und was nicht?
Viele Betreiber stellen Arbeitskleidung wie Schürzen oder Jacken mit Logo zur Verfügung. Teilweise werden auch Mützen oder Handschuhe ausgegeben, aber nicht bei allen Anbietern. Deshalb lohnt es sich, vorher nachzufragen und im Zweifel eigene Sachen mitzubringen.
Warme Unterkleidung musst du ohnehin selbst besorgen. Da es auf dem Weihnachtsmarkt über viele Stunden hinweg kalt werden kann, sind Thermounterwäsche, dicke Socken und wasserfeste/winterliche Schuhe besonders empfehlenswert. Achte außerdem darauf, dass deine Kleidung bequem ist, damit du dich bei langen Schichten gut bewegen kannst.
Ein zusätzlicher Tipp: Handschuhe sind besonders wichtig, nicht nur wegen der Kälte. Ohne sie kleben deine Hände schnell vom verschütteten Glühwein.
Voraussetzungen, um am Glühweinstand zu arbeiten
Wer am Glühweinstand arbeitet, sollte bestimmte Eigenschaften mitbringen. Wichtig sind ein freundliches Auftreten, Teamfähigkeit und Belastbarkeit, denn besonders an den Abenden herrscht viel Andrang. Stressresistenz hilft dir, auch in hektischen Situationen den Überblick zu behalten. Außerdem sind Zuverlässigkeit und eine schnelle Auffassungsgabe wichtig, damit die Abläufe am Stand reibungslos funktionieren.
Darüber hinaus gilt: Du musst mindestens 18 Jahre alt sein. Grund dafür ist, dass am Glühweinstand alkoholische Getränke ausgeschenkt werden, was nach dem Jugendschutzgesetz nicht von Minderjährigen übernommen werden darf.
Tipps: Was du am Glühweinstand dabeihaben solltest
Neben warmer Kleidung und festem Schuhwerk ist es hilfreich, eine Flasche Wasser oder etwas zu trinken dabei zu haben. Gerade wenn es sehr kalt ist, sorgt eine Thermoskanne mit Tee dafür, dass du dich aufwärmen kannst.
Auch kleine Snacks für die Pausen sind praktisch. Handcreme ist ebenfalls empfehlenswert, da deine Haut durch Gläser und Reinigungsmittel stark beansprucht wird, selbst wenn du Handschuhe trägst.
Viele Betreiber stellen Schürzen oder Jacken mit Logo zur Verfügung. Ob auch Mützen oder Handschuhe gestellt werden, hängt vom Stand ab, deshalb solltest du vorher nachfragen. Nicht selten bekommst du zudem Vergünstigungen bei anderen Ständen, zum Beispiel bei Essen oder Getränken. Ein schöner Vorteil, den viele gerne nutzen.
Erfahrungsbericht von Kristina: Arbeiten am Glühweinstand auf dem Bremer Weihnachtsmarkt
Kristina hat zwei Saisons am Glühweinstand gearbeitet. In ihrem Erfahrungsbericht erzählt sie, wie der Job wirklich abläuft, welche Aufgaben dazugehören und welche Erfahrungen sie dabei gesammelt hat.
Wie ich den Job bekommen habe
Ich bin durch eine Freundin zum Job gekommen. Sie hat mir einfach die Nummer von dem Glühweinstand gegeben. Ich habe dort per WhatsApp geschrieben, an welchen Wochenenden ich arbeiten kann. Damals war alles noch unkompliziert. Viele kannten sich untereinander. Die Schichten wurden in einer WhatsApp-Gruppe getauscht, wenn jemand nicht konnte. Später hat eine Agentur übernommen. Ab dann musste man Formulare ausfüllen, Verfügbarkeiten in einen Kalender eintragen und Änderungen über eine Hotline klären. Es wurde professioneller, aber auch unpersönlicher. Für mich war das ein Grund, nach einer Saison aufzuhören.
Schichten und Arbeitszeiten
Die umsatzstärksten Tage waren Donnerstag, Freitag und Samstag.
Es gab zwei Schichten:
– Frühschicht von etwa 10 bis 16:30 Uhr.
– Abendschicht von etwa 17 bis 23 Uhr.
Ich habe fast immer abends gearbeitet. Dort war mehr los und es gab mehr Trinkgeld. Vor der Zeit mit der Agentur wurde das Trinkgeld pro Schicht unter den Anwesenden aufgeteilt. Später wurde es über den ganzen Tag gerechnet, was weniger für jeden bedeutete.
Lohn und Trinkgeld
Der Stundenlohn lag bei rund 13 Euro, also etwas über dem Mindestlohn. Das Trinkgeld war oft der größte Anreiz. Am Wochenende habe ich manchmal bis zu 70 Euro extra bekommen. Unter der Woche war es weniger, aber immer noch lohnend. Besonders motivierend war die Trinkgeldglocke. Jedes Mal, wenn jemand etwas gegeben hat, wurde sie geläutet. Viele Gäste haben dann ebenfalls etwas in den Topf geworfen.
Aufgaben im Arbeitsalltag
Ich habe am Glühweinstand gearbeitet. Es gab zunächst nur roten und weißen Glühwein. Später kam Rosé hinzu. Kinderpunsch wurde etwas günstiger verkauft. Die Preise waren einheitlich, deshalb musste ich nicht lange überlegen. Die Arbeit war einfach, aber oft sehr schnell. Ich habe Glühwein gezapft, Becher weitergereicht und kassiert. Die Arbeit war aufgeteilt: Hinten wurde gezapft, vorne verkauft. Ich mochte das Zapfen lieber, weil ich so durchgehend beschäftigt war.
Zusätzlich habe ich Gläser zurückgenommen, in Racks gestellt und in die Spülmaschine gegeben. Das ging schnell, meist in wenigen Minuten.
Kleidung und Ausstattung
Es gab eine einheitliche Jacken in verschiedenen Größen. Darunter musste man sich warm anziehen. Handschuhe waren wichtig, um sich nicht zu verbrennen und um Rotweinflecken an den Händen zu vermeiden. Auf dem altertümlichen Weihnachtsmarkt gab es außerdem Roben, weil es Vorschrift war. Die waren bequem, auch wenn sie etwas seltsam aussahen.
Organisatorisches
Vor der Agentur lief alles über persönliche Kontakte und kurze Nachrichten. Es war flexibel und man konnte spontan Schichten tauschen. Mit der Agentur war es deutlich strenger. Der Plan kam über einen Kalender und Änderungen mussten offiziell beantragt werden. Die Anstellung war kurzfristig und galt nur für die Dauer des Weihnachtsmarkts.
Tipps für zukünftige Bewerber
Wer am Glühweinstand arbeitet, sollte warme Kleidung und bequeme Schuhe tragen. Handschuhe sind empfehlenswert. Eine Trinkgeldglocke lohnt sich, weil Gäste oft mehr geben, wenn sie merken, dass andere es auch tun. Am Wochenende sind die Einnahmen am höchsten. Außerdem sollte man offen sein, verschiedene Aufgaben zu übernehmen. Der Job macht Spaß, wenn man das Gewusel und die kalten Temperaturen mag.
Mein Fazit
Die Arbeit am Glühweinstand war für mich vor allem vor der Zeit mit der Agentur ein Highlight. Sie war unkompliziert, gut bezahlt und es herrschte eine tolle Stimmung. Auch die kurzen Wege nach Feierabend fand ich super. Selbst nach einer Abendschicht war man früh genug zu Hause, um noch etwas zu unternehmen. Wer Spaß an Menschen, Trubel und Weihnachtsmarktstimmung hat, sollte den Job ausprobieren.
